Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. (Mt 5,1)

Als Jesus die vielen Menschen sah, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. (Mt 5,1)
An diesem vierten Sonntag im Jahreskreis wird uns die Bergpredigt in der Fassung des Heiligen Matthäus im fünften Kapitel seines Evangeliums vorgelegt. Im vorangegangenen Kapitel hat Matthäus uns knapp vom ersten Auftreten Jesu berichtet, von seinem Ruf zur Umkehr, ersten Heilungen und der Berufung der ersten Jünger. Jesu Auftreten ist nicht ohne Wirkung geblieben. Viele Menschen waren spontan von ihm fasziniert und wollten mehr von ihm erfahren. Jesus sieht die Volksscharen, die ihm folgen, und steigt auf einen Berg, um zu ihnen zu sprechen.
Das Hinaufsteigen auf den Berg erinnert an Mose, der auf den Berg Sinai stieg, um mit Gott zu reden. Von dort brachte er die Tafeln mit den Zehn Geboten, die er den Israeliten übermittelt hat.
Jesus zeigt sich als der neue Mose, der seinem Volk die Weisung Gottes lehrt. Diese Lehre widerspricht nicht der Weisung Gottes, die Mose damals dem Volk gebracht hat. Vielmehr legt Jesus neu deren wahre Bedeutung aus.
Über dieses Lehren Jesu sagt der ehemalige Hofprediger am Vatikan, Raniero Cantalamessa:
Die Seligpreisungen sind kein toter Kodex, den die Kirche so getreulich wie nur möglich empfangen und weitergeben muss; sie sind eine beständige Quelle der Inspiration, denn der, der sie uns verkündet hat, ist auferstanden und lebt.
(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)
