Mutterschaft im Geist der Wahrheit (Pfarrnachrichten KW 20+21/2026)

„Die Welt aber kann ihn nicht empfangen, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.“
03.07.2026
Andreas Dr. Kuhlmann

Im Sonntagsevangelium (vom 6. Sonntag in der Osterzeit Joh 14,15 ff) ist vom „Geist der Wahrheit“ die Rede, die Gottvater auf die Bitte Jesu hin den Seinen gibt; vom „besonderen Beistand“, den die Seinen kennen und der für immer in ihnen bleiben wird. „Die Welt aber kann ihn nicht empfangen, weil sie ihn nicht sieht und nicht kennt.“

Passend zum Muttertag führt ohne Zweifel eben dieser Geist vom christlichen Glauben inspirierte Mütter u.a. zu den folgenden Wahrnehmungen und Aussagen über ihre Mutterschaft, die als grundlegende anthropologische Wahrheiten gegenwärtig oft übersehen und vergessen werden:

»In unserer Gesellschaft dreht sich ein großer Teil um das „Erfolgreichsein". Und hier geht es in erster Linie um berufliche Erfolge. Inmitten des Lärms moderner und postmoderner Ideen wird Mutterschaft oft als eine „Pause" im Leben einer Frau dargestellt - als etwas Schönes, vielleicht Notwendiges, letztlich aber nur als ein zweitrangiger Umweg von ihrer „eigentlichen, echten“ Arbeit. Wenn wir aber den Schleier lüften und die eigentliche Architektur der menschlichen Entwicklung betrachten, finden wir eine andere Wahrheit. ...
Mutterschaft ist kein Umweg; sie ist die hohe Berufung. Sie ist die grundlegendste, komplexeste und verantwortungsvollste Aufgabe, die ein Mensch übernehmen kann. In ihrem Kern wird sie von einer Kraft angetrieben, die der Markt nicht nachahmen und schon gar nicht verstehen kann: von selbstloser Liebe. ...
Mutter zu sein bedeutet, das zu nähren und zu beschützen, was kleiner ist als man selbst, auf Kosten der eigenen Bequemlichkeit, um einer Zukunft willen, die man vielleicht nie ganz erleben wird. ...
Das bestimmende Merkmal der Mutterschaft ist eine radikale, aufopferungsvolle Ausrichtung auf einen anderen Menschen. Während der Rest der Welt fragt: „Was springt für mich dabei heraus?", fragt die Mutter: „Was braucht dieses Kind?" Das ist das „Kennzeichen" einer Mutter - die Bereitschaft, ihr eigenes Leben zu zerbrechen und es zu teilen, damit ein anderes wachsen kann.
Diese Selbstlosigkeit ist kein Zeichen von Schwäche oder Identitätsverlust; sie ist eine Erweiterung der Seele. Es ist der „Tod des ,Ich“ zugunsten eines viel größeren „Wirs“. Diese hingebende Liebe ist der Motor, der die wichtigsten Entwicklungen im Leben eines Kindes antreibt. Sie ist der Treibstoff für eine sichere Bindung und der fundamentale Bauplan oder besser gesagt, die Blaupause für jede soziale Interaktion, die ein Kind jemals haben wird. ... «

Diese und viele weitere inspirierende Impulse finden sie hier: https://sonneimhaus.at
(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

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