Pfarrnachrichten 02/2020 (A)

Die Heiligen drei Könige - Kinder-Tusche-Zeichnung

Die Geschichte der Heiligen Drei Könige gehört mit zu den bekanntesten biblischen Erzählungen (Mt 2,1-12). Wohl auch, weil sie den Reiz des Geheimnisvollen in sich trägt. Dazu gehört die Faszination, dass ein Stern einer Gruppe Auserwählter den Weg weist. Und die Auserwählten sind nicht irgendjemand. Es sind Kluge und Weise, die Ansehen genießen und in ihrem Leben gewöhnlich gut zurechtkommen.

Der Stern führt sie über ihre von Natur gegebenen Möglichkeiten hinaus, wobei sich die Auserwählten klug und weise führen lassen. Ihr außergewöhnliches Verhalten lässt sie schließlich Gottes übergroßen Segen erfahren. Und dadurch werden sie auch selber für andere zum Segen.

In Jerusalem, der damaligen Hauptstadt Israels angekommen, fragen Sie nach dem neugeborenen König der Juden. Noch wissen sie nichts vom abgründigen Alleinanspruch des Herodes, der sich am Ende in der widerlichen Ermordung unschuldiger Kinder entlädt. Schlimm ist auch das Verhalten der Hohepriester und Schriftgelehrten. Obwohl sie nun wissen, dass der "Hirt des Volkes Israel" in Bethlehem, in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft geboren wird, bleiben sie einfach zu Hause.

Die Geschichte hat auch mit uns zu tun. Einem jeden ist ein "Stern" beschieden. Gott gewährt auch uns ein gutes Maß weiser Klugheit. Er schenkt darüber hinaus in Anderen und in Ereignissen wunderbare Anhaltspunkte, um den eigenen Weg zu finden: Einen Weg, den er uns bereitet hat, und den wir für uns aus eigener Kraft passender und schöner nicht finden können. Dafür müssen wir es jedoch so machen, wie die "Sterndeuter aus dem Osten".

Sie begeben sich auf den Weg. Sie fragen und lassen sich helfen. Dabei bedient sich Gott sogar derer, die in ihrem Leben enttäuschend und auch erschreckend scheitern. Anders als diese gehen die drei Könige vor dem göttlichen Kind in die Knie. Sie beten den wahren Gott an. Deshalb können sie auch dem Stern folgen, der sie am Ende punktgenau ins Ziel führt. Und sie wurden auf ihrem Weg bis dorthin von sogar "sehr großer Freude erfüllt", wie es wörtlich im Evangelium nach Matthäus (ibid., Vers 10) heißt.

Zu guter Letzt haben sie mit Gottes Hilfe den Mut und die Kraft, ihnen inzwischen bekannte, aber unheilbringende Wege fortan zu meiden. So suchen und finden sie souverän andere Wege, auf denen sie ankommen und ihr Ziel, schließlich ihr endgültiges Zuhause sicher erreichen.

Nun ist es an uns, die Heiligen Drei Könige als zutiefst gottverbundene Friedensbringer in ihrer Kraft und Segen spendenden Lebensweise auch für uns persönlich zu entdecken.

(Pfr. Dfr. Volker Hildebrandt)