Pfarrnachrichten 50/2019 (A)

Fatima-Madonna in St. Pantaleon

Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten.“ (Lk 1,51) Mit diesen Worten preist Maria Gott in seiner Größe. Uns stimmen diese Worte ein auf das Marienfest, das die Kirche am 8. Dezember feiert. In diesem Jahr wird es um einen Tag auf den 9. Dezember verlegt. Der zweite Advent hat Vorrang.

Mit diesen Worten beschreibt Maria zudem, was sie erlebt und erfahren hat. Bei näherer Betrachtung dieser Worte fragen wir deshalb vielleicht: Aber warum erleben wir das nicht? … Warum erleben wir nicht, oder nur außerhalb des Gewöhnlichen, dass Gottmachtvolle Taten vollbringt?

Möglicherweise wirkt Gott schon längst und mit großer Ausdauer auch in unser Leben hinein. Aber wir erleben es nicht, weil wir zu wenig darauf achten.

Was Maria erlebt hat, haben auch alle anderen Heiligen erlebt. Und es wird jeder Mensch erleben, der so zu leben versuchen, wie Maria gelebt hat. Machtvoll und kräftig kann Gott nämlich nur da wirken, wo Menschen eine bestimmte Haltung einnehmen. … Wenn Maria betet, dass der Herr „mit seinem Arm machtvolle Taten vollbringt“, dann spricht sie indirekt und zwingend eine bestimmte Grund- und Lebenshaltung an.

Maria hat zum einen gelebt, wie eine Frau aus dem Volke. Sie war mit all den alltäglichen Sorgen und Anliegen des irdischen Lebens beschäftigt – nicht weniger intensiv und anspruchsvoll, wie alle anderen auch. Aber sie hat immer zugleich, und dazu noch in allem, als Kind, als Tochter Gottes gelebt. … Es lohnt sich, weiter auszuleuchten, was das heißt, als Kind, als Tochter oder Sohn Gottes zu leben.

Einen Zugang dazu vermittelt uns das Evangelium des zweiten Adventssonntags. Der Heilige Matthäus berichtet dort (Kapitel 3, Verse 1-12) vom starken Auftreten des Täufers: „Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe.“ In diesen zwei, nur ganz kurzen Sätzen – einer Aufforderung: „Kehrt um!“; und einer Feststellung: „Das Himmelreich ist nahe.“ – werden die entscheidenden Eckpunkte eines Lebens als Kind Gottes genannt.

Kehrt um!“ Damit ist eine Veränderung der eigenen Perspektive gemeint. Man sieht oft nur sich selber, oder alles von sich aus her. Immer wieder schiebt das „Ego“ sich vor; bis hin zur Ur-Versuchung: „Sei doch dein eigener Gott.“ (vgl. Gen 3,5) … Die Perspektive unseres Nächsten, der Blick von seinen berechtigten Wünschen, Sorgen und Anliegen her, bleibt defizitär und weitgehend unterbelichtet. Ganz zu schweigen von der Perspektive Gottes.

Entscheidend ist in der Tat, wie Gott unser Leben sieht. Deshalb beten wir auf Gottes Anweisung hin: „Dein Wille geschehe.“ … Leider leben wir oft ganz anders und ohne zu fragen, was Gott uns für unser Heil alles noch geben will. Diese Frage aber ist entscheidend. Deshalb muss sich der Mensch vor allem dieser Frage vor Gott stellen.

Die Antwort auf diese Frage, zu der Gott den Seinen durch seine Kirche vermittelt über Umkehr und Bekehrung verhilft, führt in das „Himmelreich“. Deshalb konkretisiert der Täufer in der Tradition des Propheten Jesaja: „Bereitet dem Herrn den Weg. Ebnet ihm die Straßen.“ In der lukanischen Parallelüberlieferung fügt Johannes dem noch hinzu: „Jede Schlucht soll aufgefüllt werden, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, was uneben ist, soll zum ebenen Weg werden.

Der Advent fordert heraus, sich ernsthaft folgenden Fragen zu stellen: „Wo versacke ich in den Tälern und Schluchten meines Lebens? … Wo steh ich mir selber (als falscher Berg und Hügel) meinem Nächsten und Gott im Wege? … Wo bin ich mir gegenüber unehrlich (krumm und uneben); nicht zuletzt auch, weil ich Gott und die Tradition seiner Kirche sowie die berechtigten Wünsche meines Nächsten ignoriere?

Als wunderbare Hilfe dafür kennt die Kirche auf Jesu Anweisung hin (Joh 20,23) die Beichte. Nicht nur Gott, sondern jeder weiß doch: Nur wer bekennt, der erkennt auch. Alles andere ist Etikettenschwindel.

So wird dann nicht nur in vergangener Zeit, sondern auch heute und auch bei uns wieder erfahrbar, dass Gott „mit seinem Arm machtvolle Taten vollbringt.

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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