Pfarrnachrichten 48/2020 (A)

Jüngste Gericht - Stephan Lochner

Mit dem Christkönigsfest an diesem Sonntag enden die sogenannten Sonntage im Jahreskreis. Damit geht auch das Lesejahr „A“ zu Ende. Passend zum Hochfest wird als Evangelium Jesu Rede von seiner Wiederkunft verkündet, wie Matthäus sie im 25. Kapitel, Verse 31-46 überliefert.

In dieser Rede erschließt uns Gott den Sinn der ganzen Schöpfung, und damit auch das Ziel unseres Lebens. Als Christen bekennen wir dies, verdichtet und auf den Punkt gebracht im Glaubensbekenntnis, wenn wir Sonntag für Sonntag sprechen: „Ich glaube … an die Auferstehung der Toten und das ewige Leben“.

Mit unserem irdischen Tod beginnt der immerwährende und nie mehr endende Abschnitt unseres Daseins, in dem sich erfüllt, woraufhin wir gelebt haben. Dieser Abschnitt beginnt mit einer Trennung. Der sterbliche Leib wird zurückgelassen. Die Person aber besteht fort mit allem, was dann ohne Leib sein kann: mit all ihren Erinnerungen, ihren Taten oder Unterlassungen, ihrer Liebe oder Ablehnung. Und sie erfasst ungetrübt von aller leiblichen Bedingtheit, was sie aus sich selber gemacht hat: mit Gott oder ohne ihn; im Sinne Gottes oder gegen ihn.

Und dann kommt irgendwann, nur Gott kennt diese Stunde, das Ende für alle und alles. Von da an wird die uns bekannte materielle Schöpfung mit ihren Abläufen nicht mehr sein. Ob es der Moment sein wird, wo der Kosmos „thermodynamisch“ erschöpft ist, oder ob Gott dem Universum ein vorzeitiges und anderes Ende bereiten wird, wissen wir nicht. Es beginnt dann aber für immer etwas Neues und Anderes. Die Heilige Schrift spricht von „einem neuen Himmel und einer neuen Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.“ (Offb. 21,1).

Dieses Neue und Andere kommt von Gott her aus dem Himmel. Es ist das „neue Jerusalem“ (Offb. 21,2) in dem Gott mitten unter den Menschen wohnen wird; „und sie werden sein Volk sein … Dann wird er alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.“ (Offb. 21,3-4)

Alle werden „von den Toten auferstehen“. Und ein jeder wird sich mit seinem ehemals sterblichen, nun aber unsterblichen Leib wieder vereint vor dem „Menschensohn“ wiederfinden, „der sich auf den Thron seiner Herrlichkeit setzen“ und die Menschen in zwei Gruppen trennen wird, „wie der Hirt die Schafe von den Böcken scheidet“. (Mt. 25,31f)

Denen, die in ihrem irdischen Leben schöpfungs- und naturgemäß gelebt und sich im Sinne Gottes und seiner Schöpfung entfaltet haben, wird das letzte Wort, das Gott nun über die Geschichte sprechen wird, endgültig und für immer den vollen Sinn und die tiefste Erfüllung ihres Lebens aufschließen.

Dieser jüngste Tag, das große Weltgericht, ist vor allem ein Tag der Freude und des Jubels. An diesem letzten Tag wird Gott in seiner Gerechtigkeit jede Lüge endgültig aufdecken. Sie hat dann keine Chance mehr. Die Wahrheit wird fortan ungetrübt und für immer als Liebe erstrahlen, wie sie in ihrer Größe allein Gott zu eigen ist. In ihr werden dann für immer all die leben, die sich in ihrem irdischen Leben von Gott haben segnen lassen (vgl. Mt 25, 34).

Das letzte Wort über die Geschichte haben nicht Wissenschaftler, Unternehmer, Politiker, selbstberufene Weltverbesserer noch sonst jemand. Jeder Einspruch gegen dieses letzte Wort Gottes wird fortan als Lüge in sich zusammenfallen, ganz und gar machtlos! Gott wird allen, die ihm zu widersprechen suchen, dann für immer sagen: „Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan. Und sie werden weggehen und die ewige Strafe erhalten, die Gerechten aber das ewige Leben.“ (Mt25,45f)

Den Gerechten wird weit über das hinaus, was sie von Gott bis dahin erfahren konnten, ein ihr Leben voll und ganz erfüllender Sinn für immer gegeben. Es ist der Sinn, der sich in ihrem Leben als Dienst am Nächsten in Gottes Liebe nun ganz erfüllen wird (vgl. Mat. 25, 34-40).

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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