Pfarrnachrichten 20/22 (C)

Das himmlische Jerusalem, Deckengemälde im Westwerk von St. Pantaleon, Köln - vor der Sanierung

In der Leserordnung von diesem fünften Sonntag der Osterzeit folgt auf ausgewählte Verse der johanneischen Endzeitvision (Offb 21,1-5a) als zweite Lesung ein besonderes Vermächtnis Jesu aus dem Johannesevangelium (Joh 13, 31-33a.34-35). Es liegt nahe, nach dem Verbindenden zu fragen.

Der heiligen Johannes sieht „einen neun Himmel und eine neue Erde“, in der Gott „alle Tränen von ihren Augen abwischen wird.“ Dort wird „kein Tod mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen. Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.“

Auch die in der Leseordnung vorgegebenen Verse aus dem Johannesevangelium enthalten etwas Endzeitliches. Im Anschluss an die Erzählung der Fußwaschung berichtet Johannes nämlich: „Als Judas hinausgegangen war, sagte Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist in ihm verherrlicht. Wenn Gott in ihm verherrlicht ist, wird auch Gott ihn in sich verherrlichen, und er wird ihn bald verherrlichen. Meine Kinder, ich bin nur noch kurze Zeit bei euch.“

Darauf folgt bei Johannes, was bei näherem Hinsehen beide Bibelstellen verbindet. Es ist das „neue Gebot“ wahrheitsgemäßer und umfassender Liebe, welches Jesus nun allen Menschen guten Willens hinterlässt.

Nach Johannes fährt Jesus in seiner Rede wörtlich fort: „Ein neues Gebot gebe ich euch: Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben. Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt.

Die für immer erfüllende Erlösung ist nicht mehr aber auch nicht weniger als das, was uns nach Johannes als Liebe gemäß dem Vorbild Jesu geschenkt worden ist. Diese Liebe beginnt demnach schon in dieser Zeit. Ihre bleibende Vollendung allerdings liegt außerhalb von ihr, nämlich in der Endzeit. Erst dort findet die von Gott kommende und erfüllende Liebe als Erlösung aus aller sünd- und fehlerhaften Liebe ihre Vollendung.

Verschiedene Heilige haben uns dies als ihre persönliche Erfahrung hinterlassen. Der große heilige Papst Johannes Paul II. etwa hat einmal gesagt: „Die Liebe war für mich die Erklärung aller Dinge und die Lösung aller Probleme. Darum achte ich die Liebe hoch, wo immer sie zu erfinden ist.

Ähnlich äußerte sich vor vielen Jahrhunderten der heilige Augustinus: „Wo also die Liebe ist, was kann da noch fehlen? Wo sie aber nicht ist, was kann da nützen?“ Nicht weniger an praktischer Erfahrung spricht aus der Empfehlung desselben Heiligen: „Schweigst du, so schweige aus Liebe. Sprichst du, so spricht aus Liebe. Tadelst du, so tadle aus Liebe. Schonst du, so schone aus Liebe! Lass die Liebe in deinem Herzen wurzeln. Und es kann nur Gutes daraus hervorgehen.“

Und aus der Lebenserfahrung des Heiligen Josefmaria wird jemand nicht deshalb ein Heiliger, weil er jeden Tag etwas noch Anspruchsvolleres tun. Ein wirklich heiliger Mensch bemüht sich vielmehr darum, jeden Tag etwas mehr Liebe in das hineinzulegen, was er zu tun hat.

Es ist also notwendig, auch in der Liebe die Spreu vom Weizen zu trennen. Am Ende führt allein die selbstlos Liebe Jesu, die dem Nächsten den Vorrang vor sich selber einräumt, zu endgültiger Erfüllung und bleibender Erlösung. Das weiter zu entfalten und darzulegen ist äußerst spannend. Es sprengt aber den begrenzten Rahmen wöchentlicher Pfarrnachrichten.

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

Aktuelle Pfarrnachrichten im PDF - Format

Die Pfarrnachrichten liegen für Sie im PDF-Format bereit. Um PDF-Dateien lesen zu können, benötigen Sie den Adobe (Acrobat) Reader. Sollten Sie noch nicht über den aktuellen Adobe Reader verfügen, können Sie ihn durch anklicken des nachstehenden Logos herunterladen. Der Adobe Reader ist kostenfrei!

| Pfarrnachrichten 20/22 (C) (PDF, 90 KB)

==========================================

Web-Archiv Pfarrnachrichten

Die Pfarrnachrichten der vergangenen Wochen finden Sie im Web-Archiv Pfarrnachrichten

==========================================

Beichtgelegenheit: 11:00-12:00 (Mo-Fr); 17:00-18:20 Uhr (täglich)

  11:00 - 12:00 Uhr 17:00 - 18:20 Uhr    
  In der Regel folgende Priester: In der Regel folgende Priester:    
Montags Dr. Nikolás Massmann Pfr. Dr. VolkerHildebrandt    
Dienstags Prof. Dr. Johannes Stöhr Pfr. Dr. Volker Hildebrandt    
Mittwochs Prof. Dr. Johannes Stöhr Pfr. Dr. Volker Hildebrandt    
Donnerstags Dr. Nikolás Massmann Pfr. Dr. Volker Hildebrandt    
Freitags Dr. Thomas Schauff Pfr. Dr. Volker Hildebrandt    
Samstags   Pfr. Dr. Volker Hildebrandt    
Sonntags   Pfr. Dr. Volker Hildebrandt    
         

==========================================

Öffnungszeiten Pfarrbüro

Montag (vorübergehend geschlossen), Donnerstag und Freitag von 9.30 - 12.30 Uhr

Donnerstag von 16.00 - 18.00 Uhr

Kontakt

Katholisches Pfarramt St. Pantaleon
Am Pantaleonsberg 8
50676 Köln

Tel.: 02 21 / 31 66 55
Fax: 02 21 / 31 91 30

Mail: Sankt.Pantaleon(at)outlook.de