Pantaleonspreis 2019

Schüler der Kaiserin-Theophanu-Schule präsentieren ihre preisgekrönten Arbeiten. Mit dabei: Pfarrer Volker Hildebrandt (Mitte, hinten) und Volker Mann vom Freundeskreis St. Pantaleon (r.). Foto: Charlotte Pekel

Kölner Stadt-Anzeiger / Innenstadt/Kalk - Keine der hiesigen Kirchen ist bekannter als der Kölner Dom, aber die älteste ist er nicht. Zu den ältesten romanischen Kirchen der Stadt gehört St. Pantaleon – älter ist nur St. Gereon. Das vor mehr als 1000 Jahren errichtete Gebäude wird ab März 2020 in drei Bauabschnitten umfangreich saniert. Kosten: Zwölf Millionen Euro. Aus diesem Anlass hat der Freundeskreis St. Pantaleon erstmals den Pantaleons-Preis vergeben. Die überkonfessionelle Bürgerinitiative setzt sich für den Erhalt der Kirche ein und organisiert unter anderem Orgelkonzerte, Vorträge und Führungen.

Unsere Absicht ist, Kindern und Jugendlichen ein Gespür dafür zu geben, warum es sinnvoll ist, hier so viel Geld zu investieren“, sagte Pfarrer Volker Hildebrandt, der im Vorstand des Freundeskreises sitzt. Er übergab den mit 500 Euro dotierten Preis mit Volker Mann vom Freundeskreis St. Pantaleon an die Klasse 6 c der Kaiserin-Theophanu-Schule aus Kalk. Die Schüler hatten selbst Bildnisse der Kaiserin Theophanu gestaltet, die im 10. Jahrhundert etwa neun Jahre lang das römisch-deutsche Reich regierte und in St. Pantaleon begraben wurde.

Im Rahmen der Preisübergabe führte Volker Hildebrandt die 30 Mädchen und Jungen durch die Kirche. Sie besuchten dabei auch die römischen Ausgrabungen unter dem Gotteshaus. „Es hat eine 1800-jährige Geschichte“, berichtete Hildebrandt. Die ehemalige Benediktinerkirche wurde auf den Resten einer römischen Villa erbaut, die in der Krypta unter dem Hochaltar liegen. Sie ist nach dem Heiligen Pantaleon benannt, der Leibarzt des oströmischen Kaisers war und als Patron der Ärzte und Hebammen gilt.

Der Freundeskreis St. Pantaleon wird den Pantaleons-Preis im nächsten Jahr erneut vergeben. Schüler und Studierende sind eingeladen, schriftliche oder künstlerische Arbeiten einzureichen, die sich mit der Kirche St. Pantaleon und ihrer Geschichte befassen. (www.freundeskreis-pantaleon-koeln.de)

[ 08.10.2019, 08:01 Uhr: https://www.ksta.de/koeln/begegnung-mit-kaiserin-theophanu-33282164 ]

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Drei Jahre lang wird St. Pantaleon renoviert; die Kirche soll dennoch für Besucher und Gottesdienste geöffnet bleiben. (Foto: RUM)

Kirchenzeitung für das Erzbistum Köln / 51 - AUS DEM ERZBISTUM

Goldene Stempelbilder der Kaiserin - St.-Pantaleon-Preis anlässlich der Sanierung verliehen

KÖLN. Theophanu war eine kluge und mäch­tige Kaiserin, und Oskar weiß Bescheid. Der Klassensprecher der 6c und seine Mitschü­ler hatten sich auf Initiative des Freundeskrei­ses St. Pantaleon im Kunstunterricht inten­siv mit dem Leben und Wirken der byzanti­nischen Kaiserin beschäftigt - ein Thema, das ihnen sehr gefiel, zumal die Jungen und Mäd­chen das Kaiserin-Theophanu-Gymnasium in Kalk besuchen. Der Freundeskreis St. Pantale­on stiftete den St.-Pantaleons-Preis aus Anlass der anstehenden Sanierung der romanischen Kirche, der unter Schülern, Auszubildenden und Studierenden ausgelobt wurde. Mit dem Preis ausgezeichnet wurden die Gymnasiasten aus Kalk, und Klassensprecher Oskar durfte den Scheck über 500 Euro entgegennehmen. Die Schüler haben Stempelbilder aus Kork in Mosaiktechnik hergestellt, die das feine Ge­sicht der Kaiserin zeigen, die in St. Pantaleon begraben liegt. Neben Wasserfarben wurden zur Verzierung Gold- und Silberpapiere ver­wendet.

Nach dem Wunsch von Pfarrer Dr. Volker Hildebrandt, Pastor von St. Pantaleon, und Dr. Volker Mann vom Freundeskreis sollen die jungen Menschen durch den Preis dazu ani­miert werden, sich mit der Kirche St. Panta­leon, ihrer Geschichte und ihrem Erbe aus­einanderzusetzen. Vor der Preisverleihung durch Hildebrandt waren die Schüler mit ih­rer Kunstlehrerin Julia Kellermann zu einer Führung durch die Kirche miteingeladen. Or­ganisiert wurde die Ausschreibung von Ober­studienrat a.D. Wolfgang Höhl, der ausführte, dass der Preis jungen Menschen helfen solle, die Investitionen von so viel Geld einordnen zu können. Rund 13 Millionen Euro werden für die Arbeiten in der Kirche veranschlagt. Das Gotteshaus, das sich als Begegnungsstät­te der Ost- und der Westkirche versteht, wird nach langer Planung in den nächsten drei Jah­ren umfassend instandgesetzt. Bei den Unter­suchungen des Gebäudes, ausgelöst durch die marode Schieferdeckung, wurde dringender Sanierungsbedarf festgestellt. Beispielswei­se ist das Blei der Obergadenfenster in einem so schlechten Zustand, dass alle Fenster erneu­ert werden müssen. Auch Teile des Dachstuhls müssen ersetzt werden. Weiter sind die Mau­ern und Säulen viel zu salzbelastet. „Ohne Ur­sachenbekämpfung gehen sie auf Dauer verlo­ren”, weiß Hildebrandt.

Die Instandsetzung der Kirche ist eine der größten Kirchensanierungen im Erzbistum. Für den ersten Bauabschnitt wird im März 2020 das gesamte Westwerk eingerüstet. Wie der Pfarrer ausführte, stehen der lebendigen Kirchengemeinde drei entbehrungsreiche Jah­re bevor. Es ist geplant, dass alle Gottesdiens­te und Aktivitäten während der Sanierung in drei Bauabschnitten weitergeführt werden. Die Kirche, dem griechischen Märtyrer Pan­taleon geweiht, wurde im zehnten Jahrhundert durch den Gründer des gleichnamigen Bene­diktinerklosters, Erzbischof Bruno, großzügig ausgebaut und auf Veranlassung von Kaiserin Theophanu um das monumentale Westwerk erweitert. Während der französischen Besat­zungszeit diente die Kirche als Pferdestall, wurde in preußischer Zeit evangelisch, bis sie 1922 an die katholische Gemeinde zurück-gegeben wurde.

(RUM -11. Oktober 2019 - Ausgabe 41-42119; www.kirchenzeitung-koeln.de)