Pfarrnachrichten 20/2018 - 7. Woche im Jahreskreis (B)

Aus Furcht vor den Juden hatten die Jünger die Türen verschlossen“, so berichtet der Evangelist Johannes (Kap. 20, Vers 19) von den Tagen nach der Auferstehung Jesu bis zum Pfingstfest. Die anfängliche Furcht der Jünger gehört auf jeden Fall mit zu Pfingsten. Sie lässt die Bedeutung von Pfingsten besser verstehen.

Die Jünger waren zu Lebzeiten Jesu voller Erwartung. Das wird unter anderem deutlich aus den Worten der Emmaus-Jünger (Lk 24,21): „Wir aber hatten gehofft, dass er der sei, der Israel erlösen werde.“ Der unerwartete Tod Jesu hatte all das durchkreuzt. So waren und blieben sie sprachlos. Sie waren ohne Antrieb; ohne rechte Inspiration, wie es nun weitergehen sollte. Das waren und blieben sie auch, nachdem Jesus von den Toten auferstanden und ihnen mehrfach erschien war.

Dies änderte sich schlagartig am Pfingsttag. „Als der Pfingsttag gekommen war“, so berichtet die Apostelgeschichte (2. Kapitel, Vers 1 und folgende), „befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daher fährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

Nun war die Sprachlosigkeit durchbrochen. Darüber hinaus wurden die Jünger von allen verstanden. Die Volksmenge, die zusammenkam, „war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden.“ Anschaulich und emphatisch berichtet die Apostelgeschichte, dass alle „außer sich vor Staunen gerieten und sagten: Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadozien, von Pontus und der Provinz Asien, von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Zyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, Juden und Proselyten, Kreter und Araber, wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden.“

Man kann sich fragen, warum Gott all das so und nicht anders gefügt hat. Offenbar soll die anfängliche Sprachlosigkeit der Jünger noch einmal bewusstwerden lassen, wie wenig der Mensch ohne Gott vermag.

Die auf das Irdische begrenzten und nur innerweltlich inspirierten Innovationen haben die Welt noch nie in der Geschichte so grundlegend verändert, dass man von Erlösung sprechen kann. Wohl sind im Laufe der Jahrhunderte von den großen Denkern und Machern oft Heil und Erlösung versprochen, aber bei allem Fortschritt nie nachhaltig von ihnen verwirklicht worden.

Bei seiner Menschwerdung hat sich Gott allerdings in einer unvorstellbaren Nähe und Fülle ganz mit dem Menschen verbunden: In Jesu Christus ist uns Gott „in allem gleich geworden, bis auf die Sünde“ (viertes Hochgebet). Alles, was der Mensch Jesus Christus getan und gesagt hat, das hat zugleich Gott durch und mit ihm gesagt und getan. Deshalb lag auf dem Leben Jesu uneingeschränkt Segen (vgl. Mk 7,37): „Er hat alles gut gemacht.“ Das ist Erlösung!

Nach Jesu Tod, Auferstehung und Himmelfahrt ist das aber nicht Vergangenheit. Wie damals von Pfingsten an die Jünger Jesu, kann nun jeder die „Geschichte und das Leben Jesu“ in sich aufnehmen und fortschreiben.

Von Pfingsten an nahmen nun alle Christgläubigen den wahren und ungeteilten Gott in seiner dritten Person, den Heiligen Geist in sich auf. Anders als Jesus blieben sie zwar weiterhin sündige Menschen. Aber ihr Schaffen, Wirken und Arbeiten war immer dann segensreich wie das unseres Herrn Jesus Christus, wenn sie im Geist Gottes blieben, ihm gemäß lebten und wirkten.

Genau dies erfährt jeder, der sich auch heute Gott öffnet; der aus der ehrlichen Erfahrung der eigenen Sprach- und Machtlosigkeit gegenüber dem Unfrieden dieser Welt und dem des eigenen Ego sein Leben mit dem Geist Gottes entfaltet. Dann erfährt der Mensch Erlösung, die auch den Alltag umfasst.

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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