Pfarrnachrichten 12/2017 - 3. Fasten-Sonntag (A)

Bis heute kann man ihn sehen: Den Jakobsbrunnen, an dem Jesus in das Leben der unglücklichen Frau aus Samarien eintrat und ihr eine ganz neue Lebens-Perspektive schenkte.

Für den dritten Fastensonntag sind zwei biblische Lesungen vorgesehen, bei denen es um lebensnotwendiges Wasser geht, das bildhaft zugleich das von Gott geschenkte Heil verdeutlicht.

Im Buch Exodus (17,3-7) erfahren wir, dass das nach Wasser dürstende Volk „gegen Mose murrte“: „Warum hast du uns überhaupt aus Ägypten hierher geführt? Um uns, unsere Söhne und unser Vieh verdursten zu lassen?“ Mose bangt schließlich um sein Leben und „schrie zum Herrn: Was soll ich mit diesem Volk anfangen? Es fehlt nur wenig, und sie steinigen mich.“

Daraufhin erbarmt Gott sich in einer tief prägenden, vom ganzen Volk durchlebten Erfahrung. Auf Gottes Weisung hin nimmt Mose den Stab und schlägt mit ihm, wie schon vor der Wüstenwanderung auf den Nil, nun auf einen Felsen. „Vor den Augen der Ältesten Israels“ fließt überreich klares Wasser hervor, von dem das Volk trinken und seinen Durst löschen kann. Mose nannte „den Ort Massa und Meriba (Probe und Streit), weil die Israeliten Streit begonnen und den Herrn auf die Probe gestellt hatten, indem sie sagten: Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?

Noch eindringlicher wird Gottes Gegenwart unter den Menschen im Gespräch Jesu mit der Frau aus Samarien am Jakobsbrunnen dargelegt, nachvollzieh- und erfahrbar (vgl. Joh. 4,5-42).

Jesus hatte sich in der Mittagshitze am Jakobsbrunnen niedergelassen, während seine Jünger in den Ort gingen, „um etwas zum Essen zu kaufen.“ Um diese Stunde geht sonst niemand in die Gegenrichtung zum Brunnen. Dafür sind die kühlen und angenehmen Abendstunden, an denen der Gang zum Brunnen zugleich zum Erlebnis wird. Man trifft sich, tauscht Neuigkeiten aus und verbindet die Last der Mühe mit dem Angenehmen.

Diesmal aber ist es anders. Eine samaritische Frau kommt aus dem Ort zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen. Offenbar nicht zufällig und nur dieses Mal. Denn nach fünf Männerbeziehungen lebt sie nun wieder mit einem zusammen, der nicht ihr Mann ist. Und das ist ihr Problem. Ihn ihrem Leben scheint vieles von dem, was sie in jungen Jahren erhofft hatte, danebengegangen und schief gelaufen zu sein.

So geht sie in der unerträglichen Mittagshitze, die sie aber immerhin vor der sie belastenden Gemeinschaft mit all den anderen Frauen schützt, ganz alleine zum Brunnen. Aber diesmal ist sie dort nicht alleine. Am Brunnen sitzt sogar ein Mann, zudem ein Jude, der sie auch noch anspricht und um Wasser bittet. - „Die Juden verkehren nämlich nicht mit den Samaritern“, fügt der Evangelist erklärend hinzu. So fragt die Frau aus Samarien erstaunt und verwundert: „Wie kannst du als Jude mich, eine Samariterin, um Wasser bitten?

Gott bittet auch uns. Er bittet jeden Menschen, dass er ihm zumindest etwas Zeit schenkt und widmet. Nämlich eine Zeit des Betens und eine regelmäßige Zeit für den Sonntags-Gottesdienst. Das ist ein ganz besonderes Anliegen, dass Gott mit der Fastenzeit verbindet. So kann er auch an uns geschehen lassen, was sich im Alten Testament (s.o.) und dann in Fülle im Neuen ereignet hat.

Aus dem interessanten Gespräch mit der Frau ergibt sich schließlich, dass Jesus ihr Wasser anbietet; aber ein besonderes: „Wer von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, wird niemals mehr Durst haben; vielmehr wird das Wasser, das ich ihm gebe, in ihm zur sprudelnden Quelle werden, deren Wasser ewiges Leben schenkt.“ Womöglich eher mit Jesus scherzend, der Witze zu machen und „nicht ganz dicht zu sein“ scheint, erwidert sie: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich keinen Durst mehr habe und nicht mehr hierher kommen muss, um Wasser zu schöpfen.“

Vielleicht sagt sie es aber insgeheim aus einer tiefen Sehnsucht heraus, trotz ihrer bislang unerfüllten Liebeswünsche schließlich doch den richtigen Weg, die richtige Anleitung und Unterstützung zu finden. Sie offenbart im Gespräch mit Jesus schließlich, dass ihr allem zum Trotz ein Stück Glaube an den Messias, den Erlöser geblieben ist.

Von da an nimmt nimmt das Gespräch eine andere Wendung. Und so ist das immer, wenn Menschen wieder beten. Wenn sie sich auf den vordergründig scheinbaren Schwachsinn einlassen, vor Gott still zu werden. Wenn sie sich immer wieder Zeit für das Beten und den sonntäglichen Gottesdienst nehmen, bis Gott „redet“; bis Gott jeden, der sich darauf einlässt, erkennen lässt, was noch fehlt, wo das Problem ist und was unser Leben zur Erfüllung werden lässt.

Jesus sagt ihr: „Geh, ruf deinen Mann, und komm wieder her.“ Nun liegt alles offen. Das Problem ist genannt und damit erkannt. So geschieht das auch in der Beichte. Wer bekennt, der erkennt. Deshalb gehört auch die Beichte zu dem, worum Gott uns in der Fastenzeit bittet.

So kann Gott sich durch seinen menschgewordenen Sohn dieser Frau, und so wird er sich auch heute wieder jedem als Messias offenbaren: „Ich bin es, ich, der mit dir spricht.“ Im weiteren Verlauf des Evangeliums wird deutlich, dass nicht nur diese Frau ihren Frieden findet. Ihr bisheriges Leben und die geheimnisvolle, ihr von Gott geschenkte Veränderung und Verwandlung ihres Herzens führen dazu, dass „viele Samariter aus jenem Ort zum Glauben an Jesus kamen.“

Pfr. Dr. Volker Hildebrandt

 

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