Pfarrnachrichten 16/2018 - 4. Osterwoche (B)

Jesus, der gute Hirt

Liebe Mitchristen und Freunde von St. Pantaleon!

An diesem Sonntag begegnet uns im Tagesevangelium (Joh 10,11-18) mit großer Eindringlichkeit das Bild vom guten Hirten. Es ist eines der bekanntesten und ansprechendsten Bilder aus der Heiligen Schrift, mit denen Gott sich in seiner Beziehung zu den Menschen vergleicht. Es vermittelt seit der Zeit des Alten Testamentes ein Gottesbild, das spezifisch biblisch genannt werden kann.

Um Gott in seiner Beziehung zu den Menschen aber richtig zu verstehen, muss man vor Augen haben, dass es hier nur um ein ansprechendes Bild geht. Um ein Bild, dass die Wirklichkeit der Beziehung zwischen Gott und seinem liebsten Geschöpf, dem Menschen, nur unzulänglich wiedergibt.

Man kann zwar durchaus Hirten begegnen, die sich mit schier unendlicher Liebe um ihre Schafe kümmern. Aber Schaf bleibt Schaf; und Hirt bleibt Hirt. Auch der liebevollste Hirt wird eines Tages die Schafe nicht auf die beste Weide, sondern in den Schlachthof führen. Schließlich lebt der Hirt von seinen Schafen. An den Schafen selber liegt ihm gewöhnlich nur so viel, wie es am Ende, wenn „es um die Wurst geht“, gutem Fleisch, bester Wolle und feinster Milch dient.

Hier nun führt die Heilige Schrift über die am Ende engen Grenzen des Bildes hinaus. So auch an diesem vierten Sonntag der Osterzeit; etwa in der zweiten Lesung (1 Joh 3,1-2): „Seht, wie groß die Liebe ist, die der Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es. … Jetzt sind wir Kinder Gottes. Aber was wir sein werden, ist noch nicht offenbar geworden. Wir wissen, dass wir ihm ähnlich sein werden, wenn er offenbar wird; denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“

In seiner Beziehung zu Gott wird der Mensch nun nicht mehr als einfaches Schaf gesehen – das bei aller Fürsorge und emotionaler Nähe zum Hirt weiterhin dumm bliebt –, sondern als Kind, das sich auf dem Weg zu einer unvorstellbaren Ähnlichkeit mit Gott befindet. Dieser Weg des Menschen zu Gott als Ziel allen menschlichen Lebens übersteigt jede empirische Perspektive. Sie ist nur möglich von Gott her, der mehr und anders ist als jeder noch so gute Hirt. Deshalb sagt Johannes zudem noch (s.o.): „Die Welt erkennt uns nicht, weil sie ihn nicht erkannt hat.

Die Abhebung Gottes vom guten Hirten ist schon in dem bekannten Worten Jesu ausgesprochen: „Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe.“ Macht das denn ein noch so guter Hirt, wenn es (s.o.) „um die Wurst geht“? Wieviel hingegen Gott und seinem Sohn am Menschen wirklich liegt – eben auch in Abhebung vom Bild des guten Hirten –, drückt Jesus dann in den Worten aus: „Ich kenne die Meinen, und die Meinen kennen mich.“ Kennt etwa das Schaf wirklich seinen Hirten?

Und noch mehr übersteigt Jesus dieses starke Ich-Worte („Ich bin der gute Hirt“) vom Bild zur gemeinten Realität, wenn er im gleichen Atemzug die Weite, mit der „seine Schafe“ ihn als „ihren Hirten“ erkennen, mit der Weite und Unergründlichkeit vergleicht, mit der Gott sich seiner innergöttliche Liebe bewusst ist: „wie mich der Vater kennt und ich den Vater kenne“.

Das Bild vom guten Hirten ist im Grunde erst dann ein starkes Bild, wenn man sich in der Stille der vertrauten Zweisprache und Begegnung mit Gott, im Gebet also, der in diesem Bild gemeinten Weite und Tiefe anzunähern bereit ist. Gelingen wird es nur durch Gottes Gnade und Eingebung. Und wiederum auch nur dann, wenn man sich in diese Richtung immer wieder auf den Weg macht. Es reicht nicht, sich dafür auf einen einzigen und isolierten Versuch zu beschränken.

Um von Gott in seine Größe aufgenommen zu werden und bei ihm in seiner Liebe anzukommen, muss der Mensch von sich selber aus zu vielen Anläufen bereit sein, und diese Bereitschaft auch umsetzen. Beides wünsche ich Ihnen von Herzen.

Ihr Pfr. Dr. Volker Hildebrandt

 

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| Pfarrnachrichten 16 / 2018 (PDF, 43 KB)

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