Pfarrnachrichten 26/2017 - 12. Sonntag im Jahreskreis (A)

„Euer Herz sei ohne Angst. Glaubt an Gott und glaubt an mich.“ (Joh 14,1) – In dieser unseren wunderschönen Barock-Monstranz werden wir am Pfarrfest den Leib des Herrn durch unser Pantaleonsviertel tragen.

„Fürchtet euch nicht!“ Das wäre eine passende Überschrift zum aktuellen Sonntagsevangelium. Jesus sagt den Seinen, sie sollen sich nicht fürchten vor den Menschen, weil diese zwar „den Leib, aber nicht die Seele töten können.“ Der Herr schließt jedoch nicht jede Furcht aus, denn er fügt hinzu: „Fürchtet euch (aber) vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann.“

Sich in gewisser Weise überhaupt nicht fürchten, in anderer aber sehr wohl: Das ist zusammengefasst die Kernaussage des aktuellen Sonntagsevangeliums. Der unterschiedliche Kontext bestimmt, wann Furcht und wann das Gegenteil angesagt ist. Dieser wiederum hat mit der Liebe zu tun.

Vor allem in den Begriffen Ehrfurcht und Gottesfurcht spiegelt sich das in schöner Weise wider: Die rechte Furcht bzw. Ehrfurcht entspringt der Liebe. Die Liebe bestimmt darüber, ob Furcht segensreich ist. Fehlt die Liebe, dann ist Furcht eine Belastung. Dann quält sie den Menschen, fesselt und knechtet ihn. Die Liebe hingegen befreit von allen bösen Ängsten. Ehrfurcht ist also eine gute und segensreiche Furcht, die der Liebe entspringt. Sie beschleunigt die Schritte auf das Gute hin. Zugleich bewirkt diese rechte und gute Furcht, »dass wir aufschauen, wohin wir unsere Füße setzen, um auf einem Weg nicht zu fallen, auf dem es so viele Anlässe zum Straucheln gibt.« (Theresia von Avila)

Damit wird wiederum deutlich, dass alle anderen Ängste von der Sünde und fehlender Liebe herrühren. Das gilt auch umgekehrt. Lassen nämlich Liebe und Ehrfurcht vor dem Schöpfer und seinem Werk nach, dann sündigt der Mensch. Dieses Nachlassen bringt alles zum Kippen. Es führt zum Abgleiten in die Sünde. Und die Sünde bringt als Folge wiederum die böse Angst in die Welt.

Deshalb darf die einzig wirkliche Furcht des Menschen nur die Furcht vor der Sünde sein: Die Angst davor, die Freundschaft mit Gott nicht ernst zu nehmen und dann zu verlieren. Außer der Sünde soll der Mensch nichts fürchten. Die Sünde wohl, denn durch sie kündigt er Gott die Freundschaft.

Das hat vor Jahren Papst Benedikt noch als Kardinal Ratzinger eindringlich auf den Punkt gebracht: »Wer Gott liebt, weiß, dass es nur eine wirkliche Bedrohung für den Menschen gibt, die Gefahr, Gott zu verlieren.« (J. Ratzinger, Auf Christus schauen, Freiburg 1989, S.46). Vor diesem Hintergrund wiederum hat Papst Johannes Paul II. bei seiner Amtsübernahme die unvergesslichen Worte gesprochen »Habt keine Angst, Christus aufzunehmen und seine Herrschergewalt anzuerkennen! (...) Habt keine Angst! Öffnet, ja reißt die Tore weit auf für Christus!«

Da passt es gut, dass wir nach der beeindruckenden Stadtprozession an Fronleichnam nun auch bei unserem Pfarrfest am So., dem 9. Juli, den Leib des Herrn (= „Frohn Lichnam“: das hochmittelalterliche Wort für „des Herren Leib“) durch die Straßen tragen werden.

Pfr. Dr. Volker Hildebrandt

 

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| Pfarrnachrichten 26 / 2017 (PDF, 67 KB)

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