Pfarrnachrichten 07/2018 - 1. Fasten-Woche (B)

Die drei Versuchungen Jesu - Markusdom Venedig

Aus dem Fastenhirtenbrief unseres Erzbischofs – Teil I

Liebe Schwestern, liebe Brüder,

wir haben »kurze« Zeiten hinter uns. Eine kurze Adventszeit. Eine kurze Karnevals-Session. Für Vorfreude blieb da wenig Zeit. Es ging schnell auf Heiligabend zu. Und es ging schnell auf Aschermittwoch zu.

Mich hat das herausgefordert: Zeit zu gewinnen, wenn kaum Zeit war, damit doch Zeit blieb für wirklich Wichtiges. Gott wird Mensch: das braucht Zeit in mir, Zeit für Begegnung, Zeit in Stille – und verträgt eigentlich keine Abkürzung. Und »us der Reih zo danze« (Sessionsmotto des Kölner Karneval 2018), das braucht auch seine Zeit, wenn es mit dem Schwung nicht vorbei sein soll, bevor das Leben mal wieder so richtig in Bewegung gekommen ist.

Die eiligen Zeiten zum Ende des vergangenen Jahres 2017 und zu Beginn des jetzt Neuen Jahres 2018 haben es mir nicht leicht gemacht. Doch der achtsame Umgang mit der knappen Zeit hat mir auch gezeigt, wie gut es tut, wenn ich abwäge und gewichte, wenn ich Prioritäten setze und sehr bewusst das tue, was ich tue – und ebenso bedacht Dinge lasse. Das war und das ist auch eine grundlegend wichtige Haltung für unseren Pastoralen Zukunftsweg.

I. Wer wir jetzt sind

Nicht alles ist zu jeder Zeit dran. Erst recht dann nicht, wenn Zeiten, Räume, Mittel oder Kräfte knapp bemessen sind. Vermutlich haben die meisten von uns Erfahrungen mit solcherart Grenzen: in der Familie, im Freundeskreis, am Arbeitsplatz, in unserem kirchlichen Engagement. Von dem mittelalterlichen Mystiker Meister Eckhart, der in der Zeit des Übergangs vom 13. zum 14. Jahrhundert lebte, stammt dazu ein für mich tröstliches Wort: »Mit Gott kannst Du nichts versäumen. Denn Gott ist ein Gott der Gegenwart. Wie er dich findet, so nimmt und empfängt er dich, nicht als das, was du gewesen, sondern als das, was du jetzt bist.« Wie auch immer wir also durch die Zeiten zu gehen haben, Gott nimmt uns stets an als die Menschen, die wir jetzt sind. Selbst wenn wir uns aktuell mit den Herausforderungen und notwendigen Veränderungen in der Kirche nicht leicht tun, so sind und bleiben wir auch als Kirche von Köln stets in Gott geborgen. Darauf dürfen wir fest vertrauen. Und wir dürfen in diesem Vertrauen unseren Pastoralen Zukunftsweg wagen und gehen.

Wieder liegt eine so genannte »geprägte Zeit« vor uns: die österliche Bußzeit. Ganz gleich, wie Sonne, Mond oder Sterne stehen, diese Zeit öffnet sich jedes Jahr mit demselben Zeitfenster in unser Leben hinein. Früher oder später im Jahr, doch nie gedrängt. Es scheint, als bräuchte das Zugehen auf das Osterfest genau diese Zeit – als bräuchten wir genau diese 40 Tage, um dem Geheimnis des Lebens über den Tod hinaus alljährlich wieder neu auf die Spur zu kommen: als Einzelne und als Gemeinschaft der Kirche in unseren Gemeinden, Pfarreien, Seelsorgebereichen und all unseren kirchlichen Einrichtungen.

II. 40 Tage bedeutsame Zeit

In der Bibel begegnet uns die Zahl 40 immer dann, wenn es in der langen Geschichte Gottes mit den Menschen um ganz besonders wichtige und bedeutsame Zeiträume geht. Zeiträume der Suche, der Prüfung, der Bewährung, der Entscheidung, des Neuanfangs. 40 Tage dauert die Sintflut. 40 Tage verbringt Mose auf dem Sinai, bevor er dort von Gott die Zehn Gebote empfängt. 40 Tage und 40 Nächte wandert der Prophet Elija durch die Wüste zum Gottesberg Horeb, wo ihm eine außergewöhnliche Gottesbegegnung zuteil wird. 40 Jahre gar zieht das Volk Israel durch die Wüste auf seinem Weg bis ins Gelobte Land.

Heute haben wir im Evangelium davon gehört, dass Jesus 40 Tage in der Wüste verbringt, bevor sein öffentliches Wirken beginnt. Für ihn ist es eine Zeit der Versuchung. Doch Jesus lässt eigene Bedürfnisse, Wünsche und Geltungsansprüche, mit denen der Teufel ihn lockt, nicht größer werden als Gott. Und so beginnt mit ihm das Reich Gottes nahe zu kommen. Die 40 Tage, die nun konkret vor uns liegen, wollen auch uns eine wichtige und bedeutsame Zeit sein. Eine Zeit, uns vom Gott der Gegenwart finden zu lassen: nicht als die, die wir gewesen, sondern als die, die wir jetzt sind – mit allen Herausforderungen, die als Kirche von Köln vor uns liegen.

III. Im Glauben wachsen

Die kirchliche Leseordnung lädt uns von heute bis Ostermontag auf ein anspruchsvolles Wegstück ein: von der Versuchung Jesu in der Wüste bis hin zu den beiden Jüngern auf dem Weg nach Emmaus. Dazwischen geht es auf und ab – und im Kern darum, im Glauben zu wachsen. Damit, liebe Schwestern und Brüder, sind wir nie am Ende. Als Einzelne nicht und als Kirche nicht. Das können wir schon an den Jüngern um Jesus ablesen. Ihr Weg an Jesu Seite bleibt trotz aller Nähe und trotz aller geteilten Erfahrung mit ihm ein fortwährender Lern- und Reifungsweg im Glauben. Das gilt auch für uns heute.

So dürfen wir uns nun mit den Jüngern auf den Weg nach Ostern machen. Denn dafür sind die vor uns liegenden 40 Tage da: Jesus nahe zu sein und ihn immer besser kennenzulernen, damit wir sehen lernen, was er uns zeigen will. Heute. Für unser persönliches Leben und für uns alle gemeinsam als Kirche von Köln auf unserem Pastoralen Zukunftsweg.

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