Pfarrnachrichten 36/2018 - 26. Woche im Jahreskreis (B)

Um das rechte Christusbild machte sich nicht nur die Kirche Gedanken; auch der Künstler. Christusdarstellung aus Ravenna, 6. Jahrhundert.

Gottes Geist kann nicht eingesperrt werden. Er wirkt und „weht, wo er will“ (vgl. Joh 3,8). Vor diesem Hintergrund ist zu lesen, was uns an diesem Sonntag im Markusevangelium (9,38-43.45.47-48) vorgelegt wird.

Die Jünger Jesu wollten einem Unbekannten verbieten, im Namen Jesu Wunder zu wirken. Doch Jesus antwortete ihnen: "Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden. Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns."

Das Matthäusevangelium (12, 30) gibt eine wohl ähnlich klingende, aber doch zugleich konträre Aussage Jesu wieder: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich!"

Aus dem ersten „wer nicht gegen uns ist, ist für uns“ spricht Weitherzigkeit und Toleranz. Man hört heraus, was Jesus sagen möchte: „Lasst die Menschen ihre Wege gehen. Solange sie nicht gegen uns sind, und darüber hinaus Gutes sogar in meinem Namen tun, sind sie für uns.“ Demnach gibt es viele Wege, auf denen Menschen im Sinne Gottes wandeln und leben können.

Aus dem zweiten "wer nicht für mich ist, der ist gegen mich" hören wir hingegen ein deutliches "Entweder-oder" heraus. Hier sagt Jesus sinngemäß: "Du musst uneingeschränkt, ohne Wenn und Aber für mich sein. Sonst bist du gegen mich.“ Dieses zweite Aussage Jesu zwingt zur Entscheidung für oder gegen einen einzig möglichen Weg zum Heil.

Beide Aussagen sind wie ein spannungsvoller Bogen, der uns den einzig möglichen Weg zum Heil in seiner großen, individuellen Vielfalt verstehen lässt.

Da ist auf der einen Seite Jesus Christus. Er allein ist die Tür zum ewigen Leben: "Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater außer durch mich." (Joh 14,6). Und da sind auf der anderen Seite alle guten und nicht einmal unbedingt gottgläubigen Menschen. Für diese große Gemeinschaft gilt Jesu Aussage (Joh 14,2): „Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“

Keiner darf die Exklusivität Jesu Christi auf seinen eigenen Verständnishorizont einengen. Auch die Kirche ist weiter und größer, als man sich vorstellen kann. Wie Jesus Christus schließt auch die Kirche in der ihr von Gott aufgetragenen Barmherzigkeit alle ein, die ohne Schuld weder Jesus Christus noch seine Kirche richtig haben kennen lernen können; die aber, würden sie Jesus Christus und seine Kirche wirklich kennen lernen, für ihn und dann auch für seine Kirche wären.

So sitzen viele Menschen im gleichen Boot. Alle rudern sie in die gleiche Richtung, sofern sie nur guten Willens sind. Deshalb sagt der Herr: "Wer nicht gegen uns ist, ist für uns."

Das darf jedoch nicht verdreht und im Sinne reiner Subjektivität auslegt werden, nach dem Motto: "Es gibt viele Wege. Jeder soll tun, was er für richtig hält." Dieser subjektiven und in sich selber verengenden Beliebigkeit widerspricht Jesus in aller Deutlichkeit; denn mit dieser Lebenseinstellung wird keiner glücklich.

Wer als Christgläubiger durch Gottes Gnade Zugang zu Jesus Christus und seine Kirche gefunden hat, der versteht auch aus eigener Lebenserfahrung, warum dieser Subjektivismus weder glücklich noch gemeinschaftsfähig macht. Er versteht zugleich, warum nur einer dieses biblische Wort mit allem sagen kann, was es von seiner Aussageintention her einschließt: "Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich."

Nur einer hat das Recht, die Menschen vor die Entscheidung zu stellen, und die Annahme seiner Botschaft und seiner ganzen Person uneingeschränkt einzufordern: der in Jesus Christus menschgeworden einzige und eine dreipersönliche Gott.

Für den Christgläubigen kann es in seiner Entscheidung für Christus und seiner Kirche von daher keine Halbheiten und Kompromisse geben. „Wenn dich deine Hand, dein Fuß oder dein Auge zum Bösen verführen, dann haue sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen, mit zwei Füßen oder mit zwei Augen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.“ (vgl. Mk 9,43-48)

In seinem Verhältnis zu allen anderen Menschen gilt für den Christgläubigen, wie für alle anderen, das nicht weniger anspruchsvolle Herrenwort: "Wer nicht gegen uns ist, der ist für uns."

(Pfr. Dr. Volker Hildebrandt)

 

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| Pfarrnachrichten 36 / 2018 (PDF, 53 KB)

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