Kirchenmusik an St. Pantaleon - Aktuelles

„Wen suchest du?“  -  Chorkonzert am Ostermontag 2017

 

Während der Figuralchor Köln in den letzten Jahren vor allem Osteroratorien (mit besonderem Schwerpunkt auf Uraufführungen von für diesen Anlass komponierten Werken) vorgetragen hat, gibt es diesem Jahr ein in mehrfacher Hinsicht ganz anderes Programm: Sie hören Musik aus dem 16. und vor allem dem 17. Jahrhundert, und Sie hören eine ganze Sammlung von Werken.

Der Grund ist das Jubiläum des Thesenanschlags. Wir wollen in unserem diesjährigen Konzert zeigen, wie sich österliche Musik nach der Reformation in der katholischen, evange-lisch/lutherischen und - da musikalisch immer sehr interessant - anglikanischen Kirche entwickelt hat.

Wir versuchen, dies in drei Abschnitten zu zeigen, in denen jeweils mindestens ein Werk der jeweiligen Konfession enthalten ist:

  Beschreibung der Auferstehungsszenen

 

Neben den biblischen Beschreibungen der Auferstehung, die ja durchaus widersprüchlich sind (und damit vielleicht sagen wollen, dass die Auferstehung sich mit unserer menschlichen Logik und unseren Worten nicht wirklich erfassen lässt), gibt es sogenannte Dialoge. Solche Dialoge sind die Keimzellen späterer Oratorien, in denen z. B. mehrere Szenen zu einem größeren Werk zusammengefügt werden, wie in der Auferstehungshistorie von Heinrich Schütz von 1623. Nachweisbar als Dialoge sind solche kleinen musikalischen Perlen bereits in den mittelalterlichen Mysterienspielen, ja, die berühmte Noli-me-tangere (Berühre mich nicht)-Szene ist das früheste Beispiel zu einem Mysterienspiel. In unserem Konzert hören Sie einerseits als Dialog diese Szene in einer Vertonung von Heinrich Schütz (es handelt sich dabei um seine Umarbeitung der Szene aus der Auferstehungsgeschichte) und andererseits den Dialog der beiden Emmausjünger mit Jesus des bis heute nahezu unbekannten italienischen Komponisten Natale Bazzino (ca. 1580-1639), gedruckt in Venedig 1628. Während John Taverner noch ganz deutlich in der Tradition des 16. Jahrhunderts steht, spürt man bei Schütz bereits den neuen Geist der stilistischen Zeitenwende um 1600 hin zur Monodie, dem Stil, der dann bei Bazzino voll ausgeprägt zu vernehmen ist, anknüpfend an Viadanas „Cento concerti ecclesiastici“.

 

  Gesänge aus der österlichen Liturgie

 

William Byrd, der Lieblingskomponist von Elizabeth I, durfte auf Grund dieser Bevorzugung im Jahre 1605/06 eine Sammlung von Proprien in lateinischer Sprache publizieren, was eigentlich im England dieser Zeit verboten war. Darin enthalten ist ein ganzes Osterproprium mit dem Introitus von Ostersonntag „Resurrexi“ zu Beginn (der Figuralchor Köln hat das ganze Proprium vor ca 20 Jahren auf CD aufgenommen - bis heute wohl die einzige Aufnahme). Mit Lorenzo Calvi hören Sie wieder einen italienischen Komponisten, der die Ostersequenz alternativ mit Gregorianischem Choral vertont hat, dabei satztechnisch eher noch im 16. Jahrhundert verhaftet ist, jedoch bereits mit Basso continuo. Eine Besonderheit in diesem Block unseres Konzertes ist das Magnificat von Samuel Scheidt - vor allem aus formalen Gründen: Nach jedem lateinisch vorgetragenen Vers des Magnificats folgt eine Choraldurchführung eines evangelischen Osterchorals.

 

  Osterlob

In diesem Teil erklingen Werke ohne genauere liturgische Bindung. Besonders auffällig in diesem Abschnitt ist sicherlich Orlando Gibbons mit seiner extremen klanglich Differenzierung durch unterschiedlichste Besetzungen. Seine Motette gehört zu den frühen Beispielen eines Full-Anthems. Die abschließende Motette von Samuel Scheidt ist besonders stark in ihrer Ausdeutung des Textes (z. B.„Auferstehung": starke Aufwärtsbewegung; „Sterben“: verminderte und übermäßige Intervalle abwärts etc.).

Somit versucht unser Programm „Wen suchest du?“, die zutiefst österliche Frage nach dem Wesen Jesu Christi musikalisch für jeden Zuhörer greifbarer zu mahen.

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CD Vigil im Advent

Seit Jahren gestaltet der figuralchor köln unter Leitung von Richard Mailänder und mit Martina Mailänder an der Orgel die Vigil im Advent nach englischem Vorbild. In diesem Jahr ist die neue CD bei CARUS erschienen. Die Kompositionen sind von Alan Wilson, John Barnard, Klaus Wallrath, John Stainer, Bernhard Blitsch, Orlando Gibbons, Tomas Luis de Victoria, Charles Villiers Stanford, Michael Praetorius, Malcolm Archer, Charles Wood und Andrew Parrot.
Sie können diese CD über uns beziehen. Bitte überweisen Sie 21,00 Euro je CD (einschließlich Versand) auf das Konto des Fördervereins Kirchenmusik in St. Pantaleon Nr. 339 000 15 bei der Pax-Bank Köln (BLZ 370 601 93), und wir senden Ihnen die CD zu. Bitte Anschrift angeben! Sie können die CD auch im Handel kaufen/bestellen: Carus 83.382

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CD vom Oster-Oratorium 2011

Die Uraufführung von Enjott Schneiders Oratorium "Resurrexit et ascendit" am Ostermontag 2011 wurde vom WDR mitgeschnitten und am Himmelfahrtstag auf WDR3 gesendet. Diese Aufnahme ist jetzt auf CD erschienen - gewiss sehr interessant für alle, die dabei waren, und erst recht für die, welche beim Konzert verhindert waren. Weiter Inforamtionen im foglenden pdf-Dokument.
Sie können diese CD über uns beziehen. Bitte überweisen Sie 17,00 Euro je CD (einschließlich Versand) auf das Konto des Fördervereins Kirchenmusik in St. Pantaleon Nr. 339 000 15 bei der Pax-Bank Köln (BLZ 370 601 93), und wir senden Ihnen die CD zu. Bitte Anschrift angeben!

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| Zur CD - Osteroratorium 2011 (PDF, 317 KB)

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